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Vertrauen in einer kleinen Kanzlei

 

Unsere Berufsethik äußert sich darin, dass wir trotz aller monetären Werte, mit denen wir tagtäglich umgehen, uns bei unserer Arbeit an Grundwerten orientieren. Vertrauen ist dabei ganz entscheidend.

Vertrauen vs. Kontrolle

Wir als Wirtschaftsprüfer prüfen und kontrollieren, wir vertrauen nicht. Nichtsdestotrotz funktioniert keine gesunde soziale Beziehung ohne Vertrauen, privat nicht und mit Mandanten schon gar nicht.

In dem Beruf des Wirtschaftsprüfers und Steuerberaters, der so stark reguliertist, stellt sich daher die Frage nach dem richtigen Handeln und damit nach der Balance aus Kontrolle und Vertrauen.

Mehr als Zahlen sehen

Mandanten können im Zweifel nicht beurteilen, wie gut wir fachlich sind, aber sie können beurteilen, ob wir entsprechend mit ihren eigenen Wünschen umgehen - und ob wir nicht nur ihre Zahlen beurteilen, sondern auch, in welches Umfeld diese Zahlen eingebettet sind. Es ist wichtig, nicht nur die Zahl auf dem Papier zu sehen, sondern mehr als das. Ich sehe meine Aufgabe im Folgenden:

Ich möchte analysieren und verstehen, wie die verschiedenen Aspekte bei dem Mandanten zusammenspielen. Ich suche nach individuellen Lösungen. Was wir als Berater selbst beeinflussen können, um Vertrauen zu entwickeln:

Der Mandant muss spüren, dass ich an ihm als Fall UND als Mensch ein echtes Interesse habe. Diese Vertrauensbasis zu schaffen, dass ein Mandant sich öffnet und alles erzählt, was mit seinem Fall zusammenhängt, das ist mit jedem neuen Mandat immer eine Herausforderung.

Sensibel statt schlaflos

Ein Mal habe ich zu einem Mandanten gesagt, „Wegen Ihres Falles hatte ich schlaflose Nächte.“ Woraufhin der Mandant geantwortet hat, „Das ist gut so, ich wegen Ihnen auch.“ Auf meinen fragenden Blick hin sagte er, „Ich hatte zwei Stunden Zeit, Sie kennen zu lernen und habe Ihnen einen sensiblen Fall übertragen, praktisch ohne Sie zu kennen.“

Dieses Gespräch hat mich sensibilisiert für die Situation des Gegenübers. Mandanten lernen uns oder mich im Gespräch kennen und müssen in kürzester Zeit entscheiden, ob wir vertrauenswürdig sind. In diesem kurzen Zeitfenster müssen Mandanten einschätzen, ob die fachliche Qualifikation genügt und ob wir auch ergebnisorientiert in ihrem Sinne vorgehen.

Vertrauen und Würde

Wir sind kein großes Haus. Ich bin der Frontmann, bin persönlich verantwortlich und die Mandanten legen ihr Vertrauen in meine Person – und nicht in den Namen einer Kanzlei. Meine Integrität ist die Basis für ihr Vertrauen. Dieses Vertrauen zu gewinnen ist das eine, es dauerhaft zu behalten das andere.

Und als ein Mandant kürzlich zu mir gesagt hat, dass ich für ihn vertrauenswürdig bin, war mir das mehr wert als irgendeine Zahl auf der Welt.

D.M.

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