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Schöne neue Arbeitswelt – die Millennials

 

Zum Wechsel des Millenniums vor genau 20 Jahren ist eine neue Generation von Mitarbeitern herangewachsen: die Millennials, die zwischen 1981 und 1999 auf die Welt gekommen sind. Als Repräsentant der Generation X erlebe ich mit ihnen in der heutigen Berufswelt einen Kulturwandel.

Gehören Sie zur Millennials-Generation oder zu denen, die mit ihnen arbeiten? Dann kennen Sie sicher einen Teil davon:

Generation Y – Fragen nach dem „Why“

Millennials fragen viel nach dem „Warum“. Diese Frage stellt sich oft, aber warum wird sie mir als Arbeitgeber gestellt? Und das von deutlich jüngeren Mitarbeitern? Warum habe ich das Gefühl, dass alles in Frage gestellt wird, was für mich als Normalität gilt? Und warum nervt mich das?

Weil es mich zwingt, über unsere Strukturen nachzudenken, uns selber zu hinterfragen  und wenn nötig auch mal „alte Zöpfe“ abzuschneiden. Wer macht das schon gerne? Außerdem haben auch Arbeitgeber einen inneren Schweinehund. Aber wenn Sie den überwinden, erkennen Sie, dass genau dieses Hinterfragen den Blick öffnet, neue Chancen und Geschäftsmodelle erkennen und notwendige Reformen vornehmen lässt. Liebe Generation „Why“: Das sollte aber keine Einbahnstraße sein, oder? Wo auf eurem Lebensweg kommt ihr auf uns zu?

Lebensläufe

Die Lebensläufe der Generation Y sind zugegeben oft beeindruckend und so abwechslungsreich wie die Restaurantlandschaft New Yorks. Neben einem hohen Bildungsstand besteht eine kulturelle Offenheit. Dazu gehören viele dieser Generation zu den Digital Natives. Und nicht zuletzt profitieren die Millennials von der demographischen Situation – zumindest in Deutschland.

Das alles ist positiv und ich bin durchaus ein wenig neidisch, nicht alles das vorweisen zu können. Aber bei der Generation Y handelt es sich überwiegend um Berufseinsteiger, denen wir eines voraushaben: die Erfahrung. Es wäre großartig, diese unterschiedlichen Kompetenzen zu vernetzen – am besten digital und analog! Ihr Millennials baut schließlich auch andere Brücken.

Work-Life-Balance vs. Work-Life-Blending

Stellen Sie sich vor, im Vorstellungsgespräch kommt die Frage nach dem ersten Sabbatical! Grundsätzlich ja, aber jetzt schon? Geht’s noch? Wir, die Generation X, haben ja schon kapiert, dass wir arbeiten, um zu leben. Und nicht umgekehrt. Wir streben ebenfalls nach einer hohen Lebensqualität und haben schon davon gehört, dass Zeit wertvoller ist als Geld. Aber wir hatten in unserem beruflichen Leben auch schon die eine oder andere Wirtschaftskrise mitbekommen und gelernt, dass Arbeitsplätze nicht unbedingt sicher sind. Das prägt uns und hat uns beigebracht, wirtschaftliche Krisensituationen, die es immer geben wird, zu meistern. Vielleicht könntet ihr da etwas von uns lernen? Wie wär´s? Und trotzdem: Das mit der Work-Life-Balance – oder dem Work-Life-Blending – könnt ihr besser als wir! Es ist aber auch kein Garant für ein gutes Leben, denn …

Burnout-Syndrom vs. Boreout-Syndrom

Burnout und neuerdings auch Boreout sind weitverbreitet und gefährlich. Burnout, weil es ständige Überforderung und Boreout, weil es ständige Langeweile bedeutet. Über die Ursachen von Burnout wird viel geschrieben, aber Boreout gilt als relativ neu und ist ein Phänomen der modernen Arbeitswelt. Vor allem die Generation der Millennials sei hierfür anfällig. Bei euch stehen nicht nur Karriere und Geld im Fokus, sondern auch die Selbstverwirklichung. Und alles soll einen höheren Sinn haben. Was, wenn der mal fehlt?

Arbeitswelten

Egal ob moderne Arbeitswelten oder veraltet – sie müssen sich den Realitäten und Anforderungen der Wirtschaft anpassen, nicht umgekehrt. Leider. Zudem entwickelt sich unsere Lebensarbeitszeit – gerade für die Millennials – aufgrund der Demographie hin zu eher länger als kürzer.

Ich wünsche mir, dass der Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen dabei helfen könnte, allen einen Mehrwert zu bieten. Wie war das nochmal: Die Jüngeren rennen schneller, aber die Erfahrenen kennen die Abkürzungen. Wäre schön, beides zu können!

D.M.

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