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Mädchen können kein Mathe – zum Weltfrauentag

 

Seit 110 Jahren feiern wir in Deutschland den Weltfrauentag. Wir sind eines der wenigen Länder, das schon seit 1911, seit seiner Entstehung, eine öffentliche Debatte darüber führt. Laut dem aktuellen „Global Gender Gap Report“ des Weltwirtschaftsforums wird es bei dem derzeitigen Tempo weitere hundert Jahre dauern, bis die Weltgemeinschaft eine weltweite Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht. Die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern liegen dem Bericht zufolge in der Wirtschaft. Nicht nur wegen der Zeit sollten wir den Weltfrauentag also weiterhin zelebrieren, das Bewusstsein für Gleichberechtigung schärfen und Verbesserungen voranbringen. Wir müssen es vor allem wegen einer bestimmten Sache, und zwar:

Von Frauenrecht zu Diversity

...wegen der globalen Wirtschaft. Wie wir es im International Womens´s Day Webinar von Morison KSi deutlich machen, geht es nicht mehr nur um Frauenrechte, sondern um die Gleichstellung aller Menschen und damit um Diversität. Diversity ist viel mehr und gerade am Weltfrauentag steht für mich im Fokus, dass wir uns selbst blockieren, solange in den Köpfen unbewusste Muster sind, einander unterschiedlich zu bewerten – nicht nur geschlechterbezogen. Solange Unterschiede – ob Mann/Frau, Inländer/Ausländer, hellhäutig/dunkelhäutig, gläubig/atheistisch, etc. – nicht wertschätzend willkommen sind, sondern bremsende Hierarchien auslösen, solange wird uns der Mehrwert entgehen, den wir davon haben könnten. Wenn es nicht in den Köpfen ankommt, dass Diversity das Business voranbringt, dann nützt auch der Weltfrauentag nichts.
 
Von Gewinn zu Verlust

Der amerikanische Soziologe Michael Kimmel äußert in einem Essay für die Charta der Vielfalt, dass es nicht mehr um die Frage geht, wie viel es ein Unternehmen kosten wird, die Unterschiede von Arbeitnehmern als positiven Asset für die Firma zu sehen. Die tatsächliche Frage ist, wie viel es ein Unternehmen jetzt schon kostet, dass diese Unterschiede nicht genutzt werden. Kimmel erläutert auch, dass wir alle schlussendlich das Gleiche wollen:

Wir alle wünschen uns eine liebende Familie, eine sinnvolle Karriere und ein unterstützendes Arbeitsumfeld, um beides zu vereinen. Unbewusste Vorurteile halten Frauen – und Männer – davon ab, diese Ziele zu erreichen. Den Schaden haben wir alle davon, nicht nur am Weltfrauentag. Wenn sich Arbeitnehmer geschätzt fühlen und ihr Leben so leben können, wie sie leben wollen, dann arbeiten sie produktiver und sind motivierter. Was den Unternehmen zugutekommt. Dabei sind nicht nur die Einzelnen zentral, sondern auch ihre Arbeit in Teams –
 
Von Unterschied zu Vielseitigkeit

Wenn wir die verschiedenen persönlichen, kulturellen, religiösen, etc. Hintergründe und die damit einhergehenden unterschiedlichen Impulse in einem Team nicht nutzen, dann wird uns Gewinn entgehen. Aber wenn wir die Diversity bewusst einsetzen, wird sie Gewinn abwerfen. Gerade im Beratungsgeschäft. Je mehr Denkansätze zusammenkommen, desto besser die Lösung. Wir müssen also Denkansätze bündeln und das ist nur machbar, wenn wir vielseitig aufgestellt sind. Sie sehen, dass nicht der Feminismus für mich das wichtige Kriterium am Weltfrauentag ist, sondern folgender Luxus:

In vielen Teilen der Welt werden Menschen furchtbar in den Rechten eingeschränkt, die ihnen zustehen. In unserer privilegierten westlichen Welt kann ich mir den Luxus leisten, mich am 8. März auf das Zusammenspiel unterschiedlicher Fähigkeiten von Personen zu fokussieren, total unabhängig davon, wie die Personen sind, die sie mitbringen. Ich will alle vorhandenen Ressourcen nutzen, um möglichst viele Impulse und Inputs im Beruf – und auch im Privatleben – zu bekommen. Ich will kein Schwarz oder Weiß, ich will bunt. Es ist wie mit Gummibärchen: Alle zusammen und das bitte bunt.
 
Zu guter Letzt

Mädchen können kein Mathe? Ich finde, dass Frauen Kurvendiskussionen perfekt beherrschen. ;-)

 

D.M.

 

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