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Die Umsatzsteuer und ich

 

Kennen Sie das auch? Sie planen etwas (zum Beispiel Umsatzsteuer) und dann kommt es anders, als Sie denken? Erst sehen Sie keinen roten Faden und danach ist es ein Gewinn für alle. So ist es mir mit der Umsatzsteuer ergangen – nicht in unserer Kanzlei, sondern mit einer Kooperation:

 

Ich hatte nicht vor, Seminare zur Umsatzbesteuerung bei der IHK Hochrhein Bodensee zu leiten, denn Sie müssen wissen, für Umsatzsteuer gilt unter Steuerberatern: „You hate it or you love it!“. Als die IHK auf uns zukam und fragte, ob wir das gerne machen würden, weil wir in unserer Kanzlei viel Spezialwissen haben, da haben wir die Anfrage mit Freuden angenommen. Aber die Mitarbeiterin, die darauf spezialisiert war, hat uns leider kurz darauf verlassen. Da standen wir erst mal ratlos da, denn Umsatzsteuer beherrschen und einen Vortrag darüber halten sind zwei unterschiedliche Dinge. Aber das Seminar abzusagen, das kam auf keinen Fall in Frage. Ich stehe immer zu meinem Wort und zur Qualität unserer Kanzlei. Die Frage war also, was machen wir jetzt? Was glauben Sie, war das?

Neue Welt

Ich habe in vier Monaten aufgefrischt, was ich davor nicht im Tagesgeschäft anwenden musste. Das war auch für mich eine teilweise neue Welt. Meine Spezialgebiete sind Wirtschaftsprüfung und internationale Steuerberatung, das sind ganz andere Themen. Das heißt also, ich habe spät abends und nachts an der Umsatzsteuer gearbeitet und mich immer wieder gefragt, kann ich das Seminar leiten oder nicht? Ich wollte ja nicht nur mein Wort halten, ich wollte das Wissen auch vermitteln können. Vor Menschen sprechen war für mich noch nie ein Problem, da machte ich mir also keine Sorgen. Dann kam Tag X und das Seminar.

Tag X

Sie müssen wissen, Umsatzbesteuerung ist etwas Hochkomplexes. Da saßen also zwei Dutzend Unternehmer erwartungsvoll vor mir. Um ihre grenzüberschreitenden Geschäfte innerhalb der EU und der Schweiz richtig abwickeln zu können, müssen solche Unternehmer wissen, wo der exakte Unterschied zwischen Warenlieferung und Dienstleistung liegt (beides sind Leistungen nach dem Gesetz), oder ob es sich beispielweise um eine bewegte oder um eine ruhende Lieferung handelt, wenn Subunternehmen beteiligt sind. Die meisten Fragen kamen bei Reihengeschäften auf. Regelfälle kommen dabei kaum vor, es ist selten, wenn kein Sonderfall vorliegt. Aber was ich sagen will, ist:

Ende gut, alles gut

Die Teilnehmer fühlten sich durch die Formalitäten der deutschen Umsatzsteuerlandschaft gut hindurchgeführt, wir hatten sie an etlichen Beispielen festgemacht. Ende gut, alles gut. Nach diesem Seminar vermittelte ich die Umsatzbesteuerung einer weiteren Gruppe. Und danach noch einer. Und noch einer. Seit vielen Jahren besteht jetzt die gute Zusammenarbeit mit der IHK – und jedes Jahr wächst meine Freude an der Wissensvermittlung und am Austausch mit den Unternehmern. Unterm Strich also nicht nur ein Gewinn, sondern sogar ein Gewinnzuwachs. Umsatzsteuerfrei.

Und mittlerweile macht es mir großen Spaß, komplexe umsatzsteuerliche Sachverhalte auch im internationalen Kontext zu lösen.

D.M.

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